und die Sonne scheint doch ...

 

eine andere Art erwachsen zu werden

 

Es dreht sich alles. Ein komischer Druck baut sich im Kopf auf. Es zieht mich nach unten, Angst einflössend und trotzdem schön, sich einfach gehen zu lassen. Ein wunderbares Gefühl. Der Alarm geht los, und plötzlich stehen unzählige Krankenschwestern um mich herum. Was soll das? Ich will doch nur einschlafen. Oder doch nicht? Ist es der Tod, der mich holen will?
Ich schrecke hoch und bin völlig durcheinander. Wo bin ich? Was ist passiert?


Marlis Zanolari litt unter einem Teratom. Ein Teratom ist eine angeborene, oft organähnliche Mischgeschwulst der Keimzellen. Das Teratom ist ein Keimzellentumor, welcher aus Teilen eines, zweier oder aller drei Keimblätter besteht.

 

208 Seiten, Broschüre, CHF 22.-  ISBN Nr. 978-3-9523364-5-8

 

 

Buchbesprechung


In ihrem Erfahrungsbericht beschreibt Marlis Zanolari in einer nachdenklichen und humorvollen Art, wie sie die Zeit zwischen Leben und Tod erlebt hat.BuchbesprechungMarlis Zanolari ist jung, irgendwo zwischen Teenager und Erwachsener. Sie greift mit beiden Händen nach dem Leben, bereitet sich auf die Matura vor, ist umgeben von Freundinnen und Schulkollegen, solide integriert in eine intakte, musikalische Familie.
Ein freier Mittwochnachmittag lockt mit optimalen Schnee zum Ausprobieren des neuen Snowboards. Wenn nur nicht dieser lästige Arztbesuch vorher wäre. Routinecheck mit unklarem Befund: der Hausarzt fackelt nicht lange. Notfallmässig wird Marlis ins Churer Kantonsspital eingewiesen, mit im Gepäck Röntgenbilder, die Schlimmes ahnen lassen.
Der Traum vom Nachmittag im Pulverschnee verfliegt. Immer ernster werden die Gesichter der Doktoren, immer aufwändiger die Untersuchungen, welche die junge Frau über sich ergehen lassen muss. Dann folgt das Verdikt: ein 2 Kilogramm schweres tumorartiges Gebilde im linken Oberkörper quetscht das Herz und einen Lungenflügel – es muss entfernt werden. Marlis Zanolari vertraut ihre Gedanken ihrem Tagebuch an. Bangen und Hoffen, Sehnsucht nach Gesellschaft mit Gleichaltrigen und Rückzug jagen sich in der Zeit bis zum Operationstermin. Marlis schreibt frisch und trotz dem Ernst der Situation verliert sie Ihre Bodenständigkeit und ihre Lebenslust nie. Droht ein junges Leben, das eben erst begann, schon zu enden? Marlis klammert sich an ihr Tagebuch, sogar noch als in den OP geführt wird. Berührend ist die Faksimilewiedergabe der letzten Notizen, schon im Eindämmern bei der Narkosevorbereitung.


Die Operation verläuft erfolgreich, ja besser als erwartet. Doch die junge Marlis, die wieder ins Leben erwacht, ist erwachsen geworden.

8.11.2008 – Peter Maibach