Wer hätte das gedacht? Wenn es darum geht etwas Vorzulesen bin ich normalerweise diejenige die gerne kneift. Doch gestern Abend fasste ich mir ein Herz, denn ich wusste alle waren gekommen um mir beim Lesen zuzuhören.
Ich war nervös wie seit langem nicht mehr, als Rosmarie, meine Verlegerin die Ansprache hielt. Zum Glück waren alle meine Liebsten gekommen, um den Abend bei mir zu sein und mit mir zu feiern. Kurz bevor ich auf die Bühne musste, griff ich nach der Hand meiner besten Freundin Gilli, um mich zu beruhigen.
Entschlossenen Schrittes marschierte ich auf die Bühne, zündete die Kerze als Zeichen der Wärme, Liebe und meines Buches an.
Eine wunderschöne Atmosphäre war im Raum vorhanden und alle horchten meinen Worte. Dank der wunderschönen musikalischen Begleitung meiner Brüder Gimmi und Loris fühlte ich mich sehr geborgen. Es war als sei ich zu Hause bei meiner Familie, bei Freunden und Bekannten. Die Angst vor dem Lesen war wie weggeblasen.
Als ich schliesslich am Ende meiner Lektüre war und ins Publikum blickte, bemerkte ich, dass viele so gerührt waren von meiner Geschichte, dass mancher eine Träne wegwischte.
Ich bekam Freudentränen als eine meiner Tanten mir im Namen meiner Familie eine Rose überreichte. Ich bin so dankbar hier auf dieser Welt zu sein, dass mir weitere Worte fehlen.
Danke an all jenen die mir beigestanden sind. Es war ein unvergesslicher Abend mit euch.
Und hier ist die Bildgalerie von der Buchpremiere
http://bilder.romydesign.ch/thumbnails.php?album=57
***
Es ist nun knapp einen Monat her als das erste Buch verkauft wurde und seither durfte ich viele neue Menschen kennen lernen. Einige Freunde und Bekannten haben das Buch bereits gelesen und mir Rückmeldungen gegeben, für die ich sehr dankbar bin.
Eine besonders schöne Begegnung ist folgende:
Es war nach einer Chorprobe. Ich hatte gerade noch ein Buch bei mir, das ich jemandem verkaufen wollte. Der Zug war fast leer und so scherzte ich mit meinen Freunden und spielte eine Marktfrau die ihr Buch verkaufen wollte.
Ein Mann im Abteil gegenüber wurde darauf aufmerksam. Ich nutze meine Chance.
Ich rechnete nicht damit, dass ein Fremder einfach so mein Buch kaufen würde so war ich denn doch etwas überrascht, dass er das Buch in seinen Händen hielt.
Er begann gleich zu lesen und war für den Rest der Zugreise damit beschäftigt. Alle paar Minuten schaute er zu mir und grinste mich an. Anscheinend hatte er grosse Freude am Buch und vielleicht auch an mir!
Meine Kollegen kugelten sich und fanden meine Verkaufsart witzig.
Und ist es nicht toll wenn man mit meinem Buch eine Freude bereiten kann?
Es ist ein schönes Gefühl einem Menschen ein Lächeln auf den Mund zu zaubern und ich hoffe, dass ich dies trotz der kommenden, stressigen Weihnachtszeit noch viele Male erleben darf.
***
Dezember 2008; Einen Tag Marlis - Lesung in Bern
„Ich habe noch eine Vorlesung in Bern, am 07.12.08“ – etwa so hat alles angefangen. Spontane Antwort „ich komm mit“ und schon bald war dieser Sonntag auch schon da. Geplante Abfahrt war der 09:19 ab Landquart. Marlis ist eine planende Frau, lässt sich aber nicht stressen. Lieber an alles denken, so war sie um 09:00 Uhr noch fleissig am Überlegen was sie alles mit Nehmen soll, zwischen Duschen, Brötchen streichen und Zähneputzen würde sie am liebsten gleichzeitig schon Richtung Bahnhof wandern.
Und hier ist der ganze Bericht als PDF
***
Was gibt es Schöneres als im Frühling an einem freien Nachmittag, draussen in der Natur zu sein und zu sehen wie langsam alles wieder aus dem Winterschlaf erwacht?
Wie üblich sass ich bei meinem Baum, schaute auf den schönen Calanda und genoss die Sonnenstrahlen, die mich erwärmten.
Ich brauchte mal wieder meine Ruhe und auch Zeit zum Nachdenken. Ich habe an die vielen Begegnungen gedacht, die ich dank dem Buch schon gemacht hatte. Manche waren speziell und für mich auch prägend. Es gab die, die mich nach dem lesen des Buches mit ganz anderen Augen ansahen. Einige Waren ängstlich, wussten nicht so recht was sie sagen sollten, hatten Mitleid oder waren beeindruckt.
Es freut mich immer wieder Rückmeldungen zu mein Buch zu bekommen. Kürzlich habe ich mich über ein besonders schönes Erlebnis gefreut, dies hat mich sehr beeindruckt. Diese Person berichtete mir, dass das Buch ihr geholfen habe. Mein Optimismus und meine positive Lebenseinstellung sei ihr beim Lesen Nahe gegangen, denn im Moment habe sie es nicht leicht, sie wolle aber stark bleiben. Sie schrieb mir einen ganz persönlichen Brief, der mich sehr berührt hat.
Ich las diesen Brief, sass beim Baum und war einfach nur glücklich. Glücklich, mein Ziel, einer Person mit dem Buch helfen zu können, erreicht zu haben. Jemandem zu zeigen, dass die Sonne trotz allem scheint …
***
Sommer 2009: Na endlich...
Die Prüfungen sind vorbei, die Matura bestanden und mit einer Abschlussreise gross gefeiert worden. Eine weitere Hürde in meinem Leben habe ich mit Erfolg überwunden.
Ab Herbst werde ich studieren aber vorher - ja vorher gibt es noch FERIEN!
Zur Zeit arbeite ich als Kellnerin im Zug. Eine gute Gelegenheit für mich mit unterschiedlichen Leuten in Kontakt zu kommen. Es ist erstaunlich wen man da alles trifft. Seien es Japaner, Chinesen, Engländer oder Deutsche, sie haben alle das gleiche Ziel. Reisen, reisend durchs Leben fahren und Neues sehen und erleben. Um die Zugfahrt wirklich geniessen zu können darf das Essen natürlich nicht fehlen. Nun komme ich zum Einsatz. Da die Zugstrecke ins Gebirge führt sind die Kurven zahlreich. Deshalb kommt es oft vor, dass man auch nach dem arbeiten schwankend durch die Gegend watschelt.
Das Servieren ist nicht das einfachste, da kann es schon mal geschehen, dass nicht immer alle Erbsen oder Karrotten im Teller landen.
Eine Dame hat sich neulich heftig beklagt. Es gelang mir ruhig zu bleiben und je ruhiger ich war, desto mehr ärgerte sich die Dame. Erst als sie auf meinem Namensschild bemerkte, dass ich genau gleich wie sie heisse wendete sich das Blatt. Als ich sie dann über die Rechtschreibung (an dieser Stelle den überflüssigen E’s ) ausfragte war ich selbst erstaunt. Selten treffe ich jemand der Marlis wie ich ohne ie schreibt. Die Erbsen und Karrotten waren vergessen und die Frau hatte sich beruhigt und war hell begeistert. Zum Abschied drückte ich ihr ein Lesezeichen meines Buches in die Hand. Sie bedankte sich dafür - aber ob sie das Buch kaufen und auch lesen wird, dies sei dahingestellt.
Ich freue mich immer wieder das strahlen der Menschen zu sehen nach dem sie das Buch gelesen haben. Ich denke, dass ich mit meinem Buch wirklich etwas postivies geschaffen habe und dies erfüllt mich immernoch mit Freude.
Bald verbringe ich die richtigen Ferien auf der Alp. Mal schauen, was ich in dieser Zeit alles anstellen werde.
***
November 2009: Ein Jahr ist es her …
Vor einem Jahr sagte mir Rosmarie, meine Verlegerin, sie habe etwas, was ich nicht habe … Ich wurde von Freude erfüllt den ich wusste, dass sie meine Bücher von der Druckerei abgeholt hatte. Es würde nicht mehr lange dauern und meine Buchpremiere am 28.10.2008 stände bevor. Wie das Buch wohl bei den Lesern ankommen würde? Wird und will es überhaupt jemand lesen? - und hier ist das ganze PDF zum lesen.
***
November 2009: Lesung im Unterricht
Letzte Woche wurde ich angefragt ob ich eine Lesung aus meinem Buch bei einer Schulklasse halten würde, die im Unterricht gerade das Thema Drogen und Abhängigkeit behandelten.
Spontan sagte ich zu und landete am Freitagmorgen im Schulzimmer der 2. Sekundarklasse in Trimmis. Es war für mich eine neue Situation. Bis jetzt hatte ich noch nicht die Gelegenheit mit Jugendlichen in dieser Art über mein Buch zu sprechen. Nach dem ich den Schülern einige Stellen aus dem Buches vorgelesen habe, hatten sie viele Fragen.
Es war spannend zu wissen, wie sich die Jugendlichen für das Problem Drogen interessierten und das Ganze hinterfragten.
Der Morgen entwickelte sich zu einer gemütlichen Gesprächsrunde. Da wegen der Schweinegrippe viele zu Hause blieben hatten sich die Klassen zusammengeschlossen.
Die zweit und dritt Sekundarschüler stellten mir einige Fragen zum Thema Morphium und den Wirkungen der Schmerzmittel im Spital und wollten diese unbedingt beantwortert haben. Es war gar nicht so einfach den Schülern die Fragen sachlich zu beantworten, doch ich gab mein Bestes. Es ist schwer dazu zu stehen, dass Morphium eigentlich etwas Tolles ist und ihnen gleichzeitig zu sagen, sie sollen unbedingt die Finger davon lassen.
Am Schluss des Anlasses hatten die Schüler die Gelegenheit das Buch zu kaufen und es erstaunte mich, dass die Jungs unbedingt eines wollten. Ich dachte immer die Mädchen seien eher die Leseratten ... Die Zeit verging im Schnellzugstempo und so merkte ich kaum, dass längst eine Doppelstunde vorbei war. Schade musste ich mich nach so kurzer Zeit verabschieden. Da auch ich noch zur Schule gehe, wollte ich meine eigenen Unterrichtstunden nicht versäumen ...
Ich bin froh, dass mein Buch Anlass dazu gibt über Drogen und deren Abhängigkeit zu diskutieren. Mir hat es grossen Spass gemacht, mich mit den SchülerInnen zu unterhalten. Und ich würde das gerne weitermachen, sofern es mir die Zeit erlaubt.
***